Food Fotografie Kameraeinstellungen

Food Fotografie Kamera Einstellungen

Fotografieren im manuellen Modus

Als (Food-) Fotografie Anfänger tendiert man gerne dazu im Automatik Modus seiner Kamera zu fotografieren. Um deine Food Fotografie auf ein neues Level zu bringen, empfehle ich dir ab sofort im manuellen Modus deiner Kamera zu fotografieren. Der manuelle Modus hat den Vorteil, dass du die drei Belichtungsfaktoren ISO, Blendenzahl und Belichtungszeit selbst festlegen kannst. Dies gibt dir automatisch mehr Kontrolle über deine Food Fotos und kann deine Food Fotografie grundlegend verbessern. Damit du diese neu gewonnenen Kameraeinstellungen auch für dich nutzen kannst, möchte ich dir die Werte ISO, Blendenzahl und Belichtungszeit in diesem Artikel genauer erklären und ihre praktische Anwendung in der Food Fotografie näher beleuchten.

ISO

Der ISO-Wert steht in der digitalen Fotografie für die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors. Dabei gilt je höher der ISO-Wert, desto empfindlicher der Bildsensor und daraus resultierend auch desto heller das Bild. Abhängig vom jeweiligen Kamera-Modell verschlechtert sich die Bildqualität jedoch mit steigendem ISO-Wert teilweise erheblich. Ein Foto mit einem hohen ISO-Wert enthält eine starke Körnung, diese wird auch als „Bildrauschen“ bezeichnet. Um diesen Qualitätsverlust zu vermeiden, sollte der ISO-Wert immer so niedrig wie möglich gehalten werden – ideal sind dabei Werte zwischen 100-200.

Im Vergleich: Oben wurde mit dem ISO Wert 100 fotografiert, unten mit dem ISO Wert 6400. Im unteren Bild ist daher ein starkes Bildrauschen zu erkennen.

Blendenzahl

Die Blendenzahl gibt an, wie weit die Blende eines Objektivs geöffnet ist. Eine große Blendenzahl (z.B. 22) entspricht einer sehr kleinen Öffnung der Blende, eine kleine Blendenzahl (z.B. 1.4) steht für eine weite Öffnung der Blende. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto mehr Licht wird vom Objektiv durchgelassen, d.h. desto heller ist das Bild. Gleichzeitig gilt: Je kleiner die Blendenöffnung, desto größer ist die Schärfentiefe. Durch die Blendenzahl lässt sich also nicht nur die Helligkeit eines Bildes beeinflussen, sondern auch die Schärfentiefe festlegen.

 
Abbildung Einfluss von Kameraeinstellung Blendenzahl auf Helligkeit und Schärfentiefe
Blendenzahl f1.4, ISO 100, Belichtungszeit 1/40
Blendenzahl f11, ISO 100, Belichtungszeit 2

Durch die weitgeöffnete Blende im oberen Bild verfügt das Bild über eine sehr geringe Schärfentiefe: Nur der vordere Cupcake ist im Fokus, alle Objekte dahinter sind unscharf.

Bei der unteren Aufnahme hingegen, war die Blende nicht so weit geöffnet, daher verfügt das untere Bild über eine höhere Schärfentiefe (sogar der Stuhl im Hintergrund ist noch scharf). Im Gegensatz zur oberen Aufnahme, ist durch die nicht so weit geöffnete Blende außerdem weniger Licht durchgelassen wurden, sodass die Helligkeit über eine höhere Belichtungszeit (2 statt 1/40) ausgeglichen wurde.

Belichtungszeit

Die Belichtungszeit (oder auch Verschlusszeit) steht in engem Zusammenhang mit der Blende, denn sie bestimmt, wie lange die Blende geöffnet ist. Deshalb gilt: Je länger die Verschlusszeit, desto mehr Licht fällt auf den Bildsensor, also auch desto heller das Bild. Außerdem spielt die Belichtungszeit auch eine große Rolle bei der Schärfe eines Bildes. Wird ohne Stativ fotografiert, kann eine zu hohe Belichtungzeit (> 1/60) durch kleine Bewegungen der Kamera schon zu verwackelten Bildern führen. Es ist daher immer ratsam mit Stativ zu fotografieren. In der Food Fotografie wird die Belichtungszeit zudem bei Action Shots (z.B. Gießen von Flüssigkeiten oder Streuen von Puderzucker) wichtig. Hier sollte man ebenfalls darauf achten, eine kurze Belichtungszeit einzustellen, denn so wird die Bewegung im Bild „eingefroren“.

Belichtungszeit: 1/100
Belichtungszeit: 1/10

Auf den Bildern ist der Unterschied von niedriger (1/100) und hoher (1/10) Belichtungszeit bei Action Shots gut zu erkennen: Bei niedriger Belichtungszeit ist die Bewegung im Bild eingefroren, bei hoher Belichtungszeit ist die Bewegung im Bild verschwommen.

Praktische Anwendung

Wenn ich Food fotografiere, gibt es meist zwei Fälle. Beim 1. und häufigsten Fall ist es so, dass ich bei ausreichend Tageslicht mit Stativ fotografiere und keine Bewegung im Bild ist. In diesem Fall setze ich den ISO Wert auf 100. Dann entscheide ich welche Blendenzahl ich einstelle. Diese Entscheidung ist davon abhängig, ob ich eine hohe Schärfentiefe (hohe Blendenzahl) oder eine niedrige Schärfentiefe (niedrige Blendenzahl) möchte. Zuletzt lege ich die Belichtungszeit fest. Da ich mit Stativ fotografiere und keine Bewegung im Bild ist, ist die Blendenzahl in diesem Fall nicht relevant für die Schärfe meines Bildes und ich kann sie daher ausschließlich zum Anpassen der Helligkeit verwenden. Ich setze sie also so fest, dass mein Bild perfekt belichtet ist.

Beim 2. Fall ist es so, dass ich entweder einen Action Shot mit Bewegung im Bild fotografieren möchte, oder ich habe zum Fotografieren kein Stativ zur Verfügung. Im Gegensatz zum 1. Fall ist daher die Belichtungszeit relevant für die Schärfe unseres Bildes und sollte deshalb nicht zu hoch eingestellt werden. Ich setze die Belichtungszeit in diesem Fall zunächst auf 1/100 fest. Anschließend bestimme ich wie im 1. Fall die Blendenzahl. Als letztes stelle ich im zweiten Fall den ISO Wert so ein, dass die Helligkeit stimmt. Falls bei ISO Wert 100 das Bild noch zu hell ist, kann natürlich die Belichtungszeit noch kürzer gesetzt werden, dies beeinflusst dann nicht mehr die Schärfe in unserem Bild, aber macht das Bild noch dunkler.

Fazit

Hat man sich die drei Begriffe ISO, Blendenzahl und Belichtungszeit erst einmal eingeprägt, dann ist die Verwendung beim Fotografieren eigentlich ganz einfach. Durch das bewusste Einsetzen der drei Faktoren, kann die Qualität der Bilder dafür erheblich gesteigert werden. Es lohnt sich aus meiner Sicht daher auf jeden Fall im manuellen Modus zu fotografieren!

Fotografiert ihr denn schon im manuellen Modus oder habt ihr damit noch Schwierigkeiten? Lasst es mich gerne einmal in den Kommentaren wissen!

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